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29er an der Kieler Woche

Die Kieler Woche 2026 war für uns eine wertvolle Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft mit vielen wichtigen Erfahrungen.

Die Kieler Woche 2026 war für uns alle eine ganz neue Erfahrung. Zum ersten Mal waren wir bei einem der grössten Sommer- und Segelfestivals Nordeuropas dabei. Die Kieler Woche ist einerseits eine der bedeutendsten Segelregatten der Welt, bei der zahlreiche Bootsklassen – vom Wingfoil über die olympischen Klassen bis hin zur J/70 – vertreten sind. Jede Klasse wird separat gewertet, sodass es mehrere Siegerinnen und Sieger der Kieler Woche gibt.
Der 29er EuroCup, der im Rahmen der Kieler Woche ausgetragen wurde, diente für uns als ideale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die am Samstag, dem 4. Juli 2026, beginnt. Wir konnten wertvolle Erfahrungen auf dem Kieler Becken sammeln, die Windverhältnisse kennenlernen und vor allem ein Gefühl für die Strömung entwickeln, die beim Regattasegeln eine entscheidende Rolle spielt.
Wir reisten am Samstagabend an und machten die Boote am Sonntag startklar. Bereits am Sonntag stand das erste Training auf dem Programm. Bei leichtem Wind und kleinen Wellen gingen wir zum ersten Mal aufs Wasser. Gemeinsam mit dem Team aus Zürich absolvierten wir verschiedene Übungen, um das Revier besser kennenzulernen. Zum Abschluss des Trainings segelten wir mehrere kurze Rennen, um das Gelernte direkt umzusetzen.
Der zweite Trainingstag am Montag verlief ähnlich. Wir konnten etwas länger trainieren und mehr Trainingsrennen absolvieren. Auch am Dienstag herrschten weiterhin leichte Bedingungen mit wenig Wind und kleiner Welle, sodass wir unsere Vorbereitung fortsetzen konnten.
Am Mittwoch standen die Registrierung und ein Lay Day auf dem Programm. Nachdem wir die Registrierung bereits am Morgen erledigt hatten, ging es für uns zu einer Führung bei der Firma Stryker. Die Mutter von Matilda aus dem Zürcher Team arbeitet dort und hatte diese Besichtigung für uns organisiert. Dabei erhielten wir spannende Einblicke in die Herstellung medizinischer Implantate und konnten unser Wissen in diesem Bereich erweitern.
Am Donnerstag begann schliesslich die Regatta. Bei Leichtwind waren vier Rennen geplant. Aufgrund der schwachen Windverhältnisse konnten jedoch nur drei Wettfahrten durchgeführt werden. Alle Rennen bereiteten uns einige Schwierigkeiten: Der Wind war sehr schwer zu lesen, und auch die starke Strömung machte das Segeln anspruchsvoll. Hinzu kam, dass die ILCA-Klasse, die ebenfalls im Rahmen der Kieler Woche unterwegs war, mehrfach unseren Kurs kreuzte. Dadurch entstanden unregelmässige, kurze Wellen, insbesondere auf einer Seite der Regattabahn. Insgesamt war der erste Regattatag für beide Bodensee-Teams dennoch ein voller Erfolg – nicht nur im Hinblick auf die Resultate, sondern vor allem als wichtige Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften.
Die Bedingungen am Freitag waren dem Donnerstag sehr ähnlich: leichter Wind aus derselben Richtung. Allerdings segelten wir an diesem Tag nicht mehr auf dem regattanahen Kurs vor dem Hafen, sondern mussten rund 30 Minuten bis zum Regattagebiet geschleppt werden. Auch das war für alle eine neue Erfahrung und zugleich eine wertvolle Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, bei der verschiedene Regattabahnen genutzt werden. Das Wettfahrtkomitee arbeitete an diesem Tag äusserst effizient und schaffte es trotz der schwierigen Bedingungen, vier Rennen erfolgreich zu starten und abzuschliessen. Der Tag endete erneut mit vielen wichtigen Erkenntnissen. Besonders erfreulich war die Qualifikation von Elsa und Lina für das Gold Fleet sowie von Andrin und Felix für das Emerald Fleet.
Der Samstag verlief hingegen ganz anders als erhofft. Bereits am Morgen wurde aufgrund der instabilen Wetterlage AP über H gesetzt, sodass wir zunächst zwei weitere Stunden beim Frühstück verbringen konnten. Anschliessend fuhren wir zwar zum Hafen, doch die Situation hatte sich kaum verbessert. Die Seebrise kämpfte gegen den Einfluss des Hochdruckgebiets – es war sehr warm, und auf dem Wasser bewegte sich kaum etwas. Nach weiteren Startverschiebungen entschied sich das Wettfahrtkomitee schliesslich, den Regattatag ohne Rennen zu beenden. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen liessen wir den Tag mit einem Bad im Meer und einer Runde Volleyball gemütlich ausklingen.
Am Sonntag präsentierten sich die Bedingungen wieder etwas besser. Wir konnten bereits am Morgen auslaufen, allerdings schafften nicht alle Fleets gleich viele Rennen. Im Gold Fleet wurden zwei Wettfahrten bei starker Strömung und wenig Wind gesegelt. Im Silver Fleet konnte hingegen aufgrund mehrerer General Recalls kein einziges Rennen gewertet werden. Für das Bronze Fleet und das Emerald Fleet reichte es jeweils für eine Wettfahrt.
Insgesamt war die Kieler Woche für uns ein grosser Erfolg. Vor allem im Hinblick auf die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft konnten wir zahlreiche wertvolle Erfahrungen sammeln und uns optimal auf die kommenden Herausforderungen einstellen. Nun freuen wir uns darauf, das Gelernte ab Samstag bei den Weltmeisterschaften 2026 in Kiel umzusetzen und unser Bestes zu geben.
Am Schluss beendeten Andrin und Felix auf dem 155/158 und Elsa Lina auf dem 25/158 Booten.